Als der Gemeinderat im Mai 2020 die Einrichtung einer zweiten Gemeinschaftsschule am Zähringerplatz beschlossen hatte, war die größte Sorge in der vorangegangenen Diskussion, dass diese nicht zur Konkurrenz für die bestehende Gemeinschaftsschule Gebhard werden dürfe. Um das sicherzustellen, formierte sich eine fünfköpfige Arbeitsgruppe unter der Leitung von Elke Großkreutz, Rektorin der Gemeinschaftsschule, und Charlotte Dreßen, stellvertretende Rektorin, für die Entwicklung eines zeitgemäßen und zukunftsfähigen Schulkonzeptes.

Family of Schools

Im Vorfeld der Überlegungen zur neuen Schulkonzeption setzte sich die Arbeitsgruppe mit der aktuellen Bildungsforschung auseinander und der Frage, was gute Bildung ausmacht. Diese Erkenntnisse galt es dann mit den Voraussetzungen des Standortes am Zähringerplatz und den Gegebenheiten der Stadtgesellschaft Konstanz zusammenzubringen. Vor allem der Leitgedanke der „Family of Schools“ sollte in das neue Konzept übernommen werden und zur Grundhaltung der beiden Schulen werden, die sich nicht als Konkurrenten, sondern eben als Familie verstehen und Wissen, Erfahrungen, Materialien, aber auch beispielsweise Bildungspartner untereinander austauschen. In einer „Family of Schools“ besteht zudem eine sehr enge Zusammenarbeit und ein enger Austausch zwischen den Lehrkräften und den Schulleitungen sowie eine übereinstimmende pädagogische Grundhaltung.

Zwei Profilierungsschwerpunkte

Aus dieser Grundhaltung der „Family of Schools“ heraus entwickelte die Arbeitsgruppe das Schulkonzept für die neue Gemeinschaftsschule. Viele Punkte findet man auch im bestehenden Konzept der GMS Gebhard – schließlich liegt beiden der gleiche Schultyp zugrunde. Dieser zeichnet sich durch Leistungsorientierung, Lehrkräfte aller Schularten sowie längeres gemeinsames Lernen mit den individuellen Stärken im Blick aus, und Verschiedenheit wird als Chance gesehen. Die SchülerInnen sollen die Schule mitgestalten, es wird Lernen auch außerhalb der Schule gefördert und die Schule als Teil der Konstanzer Stadtgemeinschaft als Lern- und Lebensort begriffen.

Die neue Gemeinschaftsschule sollte aber nicht einfach nur eine Kopie der bestehenden GMS Gebhard werden, darum wurden für beide Schulen unterschiedliche Profilierungsschwerpunkte entwickelt. In der neuen Gemeinschaftsschule stehen diese unter den Oberbegriffen „Werkstatt / Atelier“ im Sinne von praktischer Anwendung des

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erlernten Wissens. Hier stehen vor allem die Bereiche „Team“ und „Medien“ im Mittelpunkt sowie je nach Stufe die Themen Natur und Gesundheit, Technik und Nachhaltigkeit, Soziales und Fitness sowie Berufe, Perspektive und Zukunft. Diese Themen finden sich auch in der verstärkten beruflichen Orientierung der neuen Gemeinschaftsschule mit Schwerpunkten auf Handwerk, Handel und Tourismus sowie auf sozialen, pflegerischen und pädagogischen Arbeitsfeldern wieder. Die GMS Gebhard fokussiert in ihren Profilierungsschwerpunkten die Bereiche „Theater“, „Sport“ (für Sporttalentierte) und „Natur & Technik“.

So gibt es künftig in Konstanz zwei Gemeinschaftsschulen, die viele Gemeinsamkeiten teilen, dabei aber unterschiedliche Stärken haben. Beide verfolgen das Ziel, ein möglichst gutes und passendes Umfeld für die Kinder der jeweiligen Schule zu schaffen, sodass diese sich ganz ihren Stärken und Interessen gemäß mit der Schule identifizieren und sich persönlich entwickeln können.

Das Konzept steht also und ein Name für die neue Gemeinschaftsschule wird sich sicher auch bald finden. Alle Infos zur Schule und zum Konzept gibt es auf gebhardschule-konstanz.de und konstanz.de.

BU: In dieses Gebäude am Zähringerplatz zieht die neue Gemeinschaftsschule ein.

Pressemitteilung (8.02.2022)

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