Für alle, die nicht dabei waren und deshalb die beiden besten Abende des Jahres versäumt haben!!! Und für alle, die dabei waren und nicht genug bekommen können, vom Gschwätz… hier die schönstenFotos und exklusiv zum Nachlesen „Dr. Raffzahn…“


Die kleinste Fasnachtsgesellschaft Singens, „Tiroler Eck“, wurde 1946 gegründet… und hätte mit ihren beiden Obernarren, Peter und Hannes Bliestle, längst einen goldenen Fasnets-Lorbeerkranz verdient…. (wenn es denn sowas gäbe, hier in Singen!)


Ohne die begeisterungsfähige und engagierte Gemeinde der „Hontesscharrer“ – erkennbar am braunen Lederschurz – wäre dieser doppelte Mammut-Abend (jeweils am Sonntag und Montag) nicht zu stemmen!! Wie gut, dass aus dem „Narrensamen“ inzwischen „fasnächtliche Youngsters“ geworden sind, die frank und frei ihre witzigen Parodien vortragen. Wir wollen hier niemanden über den grünen Klee loben, aber die „Erzählzeit“ von Chantal Dierking war ein kleines beachtenswertes Juwel im Programm… toll!!!



Mit Tanz und Musik, glänzenden Ideen von Jahr zu Jahr aufs Neue und einem schelmisch-freudigen „durch den Kakao-ziehen“ prominenter Gemeinderäte und unseres Oberbürgermeisters, Bernd Häusler, haben sich die Tiroler längst einen Namen gemacht! Dieser Name leuchtet fasnächtlich bunt und allefänzig in der ganzen Region.


Oberbürgermeister Bernd Häusler, so meinten die Tiroler, sollte statt „Baubürgermeister“
lieber „Abriss-Bürgermeister“ genannt werden… unserem OB gefällt’s !

Ein Feuerwerk witziger Pointen wurde da abgebrannt und viele Prominente waren da: Cindy Marzahn, Rudi Carell, Heidi Klum und Jorge, Die Kelly-Family, Boris Becker, Freddie Mercury und Andreas Gabalier – um nur einige zu nennen – sorgten für einen vergnüglichen Abend…


DAS konnte kein perfektes Timing sein, aber vielleicht eine gute Nase dafür, wer den Oscar als bester Hauptdarsteller gewinnen könnte. Am Sonntag, 24.02.2019, bekommt Rami Malek den ersehnten Oscar für seine Rolle als Freddie Mercury in „Bohemian Rhapsody“. Und exakt an diesem ersten Abend des Gschwätz bringt Hannes Bliestle den genialen Rocksänger der 70er und 80er, den früh verstorbenen Bandleader von QUEEN, Freddie Mercury, dessen Songs weltbekannt sind auf die GEMS-Bühne – am Montag, der Zweitaufführung in der GEMS, gab es für diese Nummer einen verdienten extra-Applaus!!


Nach mehr als 3 Stunden bedankten sich die über 200 Fasnachtsfreunde im vollbesetzten Gems-Saal auf ihre Weise – mit minutenlangem Klatschen – niemand blieb auf seinem Platz sitzen, alle waren aufgesprungen um die Freude über diesen genialen Abend mit „ihren Tirolern“ zu teilen…

Text und Fotos: © Roswitha Bosch

 

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Dr. Alois Raffzahn, Zahnarzt (auf der Suche nach einem neuen Wirkungskreis)

Hier der gesamte Text zum Nachlesen:

Mein Name ist Raffzahn, Alois Raffzahn, ich bin Zahnarzt…

Bis letztes Jahr auch Schönheitschirurg. Das habe ich aufgegeben.
Wenn ich mich so umschaue muss ich sagen ich habe nicht alles falsch gemacht,
Vieles……aber nicht alles.

Obwohl, wenn ich da so nach hinten in die Ecke schau,
da wird’s mir schon ein bisschen gruslig.
Wenn ich nicht so viel Geld bekommen hätte, würde ich mich grad schämen.
Aber Schwamm drüber. Einen dicken, großen, flächigen Schwamm drüber.
Besonders da hinten, über das Eck da hinten.
Oder macht da einfach das Licht dunkler, das geht auch.
Sonst lenkt es mich zu sehr ab.

Aber ich habe mich beruflich umorientiert.
Als ich das große Loch da am Karstadt sah, wollte ich spontan Archäologe werden.
Außerdem ist in Archäologen, das logen drin, wie beim Schönheit Chirurg.
Wenn man 12 Buchstaben austauscht.

Und die beiden haben etwas gemeinsam. Sie machen an Ruinen rum
und versuchen das Schönste rauszuholen.
Also wühlte ich da in 10 Meter Tiefe rum und ich fand wirklich Reste von Grundsteinen.
Von einem sogenannten Basisfundament. Es waren Reste vom Fundament der SPD.
Daneben ein paar Überreste vom Fundament der CDU.
Vielleicht kennt diese Parteien noch jemand, die waren mal früher Volksparteien.

Also wenn diese Parteien in Deutschland nach ihren Fundamenten suchen, könnt ihr ihnen sagen.
Geht nach Singen, Bahnhofstraße, ins große Loch runter und dann Links die SPD, Rechts die CDU,
nur nicht zu weit rechts, sonst kommt ihr nach Bayern.

Archäologie war also nichts für mich, aber wie wäre es mit Astrologie?
Aber eigentlich sind mir Sterne  Schnuppe.
Da fiel mir ein, auf dem Hontes gibt es eine Wetterstation.
In Meteorologe steckt auch das Wort logen drin. In vielen Worten,

Psychologen, Gnathologen, Theologen, und Bankkaufmann
wenn man 12 Buchstaben austauscht.

Wettervorhersage für Singen !

In der Bahnhofstraße liegt die Niederschlagsmenge bei 2 Personen, pro Nacht.
Beim Café Hanser muss mit Streuseln bis zu 2 cm gerechnet werden.
Bei der Metzgerei Denzel ist es meist durchwachsen bis mager.
Aach-Pegel am Stadtgarten: gefallen drei, aber niemand ernsthaft verletzt.
Im Rathaus wieder dicke Luft, aber je höher man kommt , umso dünner wird sie.
Auf jeden Fall für diejenigen, die da sitzen.

Doch das Wetter ändert sich jeden Tag, das war mir zu unkonstanz.

Dann hörte ich vom Dämonenwechsel auf dem Hohentwiel.
Ich dacht’ noch, was soll der Mist. Soll der Poppele jetzt auf den Hohentwiel,
und der Fritz auf den Krähen??
Dann las ich es nochmal, es hieß Domänenwechsel.

Ich dacht’ das wär was für mich,
So mit Schafen schaffen.
Dann gründe ich meine eigene Domänikanische Republik.
Doch wie sollte ich dieses Kleinod, das Kleine, beschützen.

Weil ich es mit Hunden nicht so habe, googelt ich ein bisschen herum.
Ich las von einer uralten Sage:
Im 30-jährigen Krieg, unter Widerhold, gab es einen großen Schafstall auf dem Hohentwiel.
Aber das war nur Fassade, ein Vorwand, es wurden nämlich nicht nur Schafe, es wurden auch Dominas gezüchtet.

Deswegen heißt es heute noch Domäne und nicht Schafstall.

Diese Frauen, früher in Leder gekleidet und mit Peitschen bewaffnet waren
eine unentbehrliche Sturmspitze in den Armeen, im 30-jährigen Krieg.
Widerholt hielt sich hier über 200 solcher Damen auf dem Twiel.
Sie besiegten nicht nur ihre Feinde, nein sie erniedrigten sie, sie ließen ihre besiegten Feinde
über den Boden kriechen und ließen sich ihre Schuhe küssen.

Weil der Feind dies wusste, hatten alle dermaßen viel Schiss, dass niemand diese Festung erobern wollte.
Dies war der eigentliche Grund, dass der Hohentwiel nie erobert wurde.

Aber nichts desto trotz, googelte ich rum bis ich endlich drei Dominas engagieren konnte.
Das waren Weiber, mit Peitsche bewaffnet, hautenges Latex.
Ich stellte die drei um meine Schafherde, und tatsächlich, es kam kein Wolf.

Aber Dutzende von Männern, die musste ich dann verjagen.
Die Arbeitskleidung von denen war auch vorteilhaft.
Latex,    war abends alles voll mit dem Dreck von den Schafen.
Einfach mit dem Schlauch abspritzen, und sauber.

Aber finanziell hat es sich nicht gelohnt. Es war zwar schön anzuschauen,
so nachts, beim Laternenschein, auf der Domäne. Aber was soll’s.
Das Peitschengeknalle geht einem mit der Zeit auch aufs Gehör.
Ich war mir nicht sicher, ob ich die Domäne übernehmen sollte.

Aber mein Schicksal hat mir einen Schlag gesendet.

Also ich in der Fußgängerzone so wandelte hörte ich einen jungen Menschen melodieren.
Ich brauch ein paar Rappwieber, oder besser alle machen mit.
Ich will nix Schafe, Schafe
Ich will nix schaffe,schaffe
Ich will nur schlafe, schlafe

Ich bin mein Boss

Dann hab ich mir gesagt, schau dich noch ein bisschen um, du hast Zeit
Denn die Zeit mit schaffe, vogoht so schnell,
drum Hoorig, Hoorig isch de sell.

Euer Dr. Alois Raffzahn (Peter Bliestle)

 

 

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