Gerademal rund 14 Kilometer trennen die südlichste Spitze des europäischen Festlands von Afrika. Hier bei Tarifa am westlichen Ende der Straße von Gibraltar entsteht aus dem Atlantischen Ozean das Mittelmeer. Die andalusische Kleinstadt hat sich in den letzten Jahrzehnten zum Mekka von Windsurfern, Kitesurfern und Wellenreitern entwickelt.

Entlang der Costa de la Luz, „Küste des Lichts“, besiedeln sie die Strände des Atlantischen Ozeans und spielen mit den starken Westwinden. Gegenüber der Statue von Jesus Christus auf der Hafenmole Tarifas erhebt sich bei klarer Sicht das Atlasgebirge Marokkos. In 35 Minuten fahren die Fähren von Tarifa in die nordafrikanische Hafenstadt Tanger, die drittgrößte Stadt Marokkos.

Die jahrhundertelange Herrschaft der Mauren hat wie überall in Andalusien auch in den Gassen Tarifas ihre verspielten Spuren hinterlassen. Wie in der spanischen Provinzhauptstadt Cadiz geht die Gründung Tarifas jedoch bereits auf das erste Jahrtausend v. Chr. zurück.

Westlich bei Bolonia sind die Überreste einer römischen Fischfabrik aus der Antike gut erhalten und zu besichtigen. In der Bucht von Bolonia frisst sich eine große Sanddünne durch die Pinienwälder bis hinauf zu den Bergzügen des Naturparks.

Ich sitze in einem der kleinen Cafes am Strand, schütze meine Espresso-Tasse in der hohlen Hand vor Wind und Sand. Beim ersten Schluck sehe ich übers Meer zu den Gebirgszügen des Atlas und denke, wer die Bohnen hereinlässt, sollte erst recht gleiches mit den Menschen tun.

 

Bild 1: Der südlichste Punkt auf dem europäischen Festland, im Hintergrund das Atlasgebirge
Bild 2: Strandabschnitt bei Tarifa an der „Küste des Lichts“
Bild 3: Die spanische Provinzhauptstadt Cadiz

 

Text und Fotos © Jürgen Weber, Querwege® für TV3
außer Bild 1: © Pitrekk | Dreamstime.com

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