Am Samstagabend, 28. Mai, wird im Rahmen von «heiden festival» der französische Akkordeonist, Richard Galliano, mit seinem «New York Tango»-Projekt seit längerer Zeit wieder einmal in der Schweiz gastieren. Der kongeniale Richard Galliano, ist ein Weltstar, der in diversen Musikstilen zuhause ist und dabei sogar stilbildend wirkt. Sein Freund und Wegbegleiter, «Mister Tango» Astor Piazzolla, ermutigte Richard Galliano, den «US-amerikanischen», jazzigen Stil abzulegen und wie er, beim «Tango Nuevo», einen eigenen Stil zu kreieren. Aus dieser Idee stammt der «Musette Neuve»-Stil, dem auch diverse Schweizer Top-Akkordeonisten nacheifern.

Seitdem vermittelt er auf dem Boden des Jazz zwischen vielfältigen Strängen von Vergangenheit und Moderne. Mediterrane Traditionen, imaginäre Folklore, Tango, Musette, Chanson, Manouche- und Varieté-Musik, Swing und zeitgenössischer europäischer Jazz unterschiedlicher Couleur werden bei Galliano zu einem Cocktail gemixt, der zwar leicht anmutet, dessen Wirkung jedoch umso nachhaltiger ist.

Richard Galliano erforschte sein Instrument von allen Seiten, lernte auch Piano und Posaune, was ihn für Klangfarben und Klangvolumen sensibilisierte. Bevor er sich dem Jazz öffnete, suchte er den Dialog mit der menschlichen Stimme. An der Seite von Chansonniers wie Juliette Gréco, Georges Moustaki, etc., lernte er mit winzigen Nuancen ein ungeheures Spektrum an Emotionen abzudecken.

In Anwesenheit von Sébastien Giniaux an der Gitarre und Diego Imbert am Kontrabass nähert er sich mit dem aktuellen Repertoire des Neuen Tangos und der Neuen Musette mit einem Jazz-Ansatz. Das Trio spielt jedes Konzert völlig frei, manchmal weit entfernt von der Partitur, aber nie von der Seele des Komponisten.

Galliano ist – wie überhaupt das ganze «heiden festival» – ein heisser Tipp für alle Musikbegeisterten.

Text und Sujet: Peter Widmer

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