Gabriela Maier-Unbehaun und Hermann Maier mit dem weltberühmten Pop Art Bild von Marilyn Monroe

Der Ausnahmekünstler, James Francis GILL, war am 21. Oktober 2017 erneut live vor Ort im MAC: Zahlreiche Kunstfreunde waren gekommen, denn es wurden einige seiner Serigraphien zu Sonderpreisen verkauft; er signierte sie von Hand und versah sie auf Wunsch sogar mit einer persönlichen Widmung!

GILL ist eine der letzten noch lebenden Pop Art Legenden aus den frühen 60er Jahren. Romy Abraham stellte den Künstler in einer kurzen Laudatio vor:

Was genau ist Pop Art? Ein Künstler beschrieb diese Kunstrichtung mit folgenden Begriffen: populär, vergänglich, aber eben auch jung, witzig und sexy. Die Kunst schien ein marktschreierisches Geschäft wie jedes andere zu werden. Aus dem Blickwinkel von heute betrachtet scheint es, als wäre die Pop Art-Entwicklung unausweichlich gewesen und nur eine Folge des damaligen Zeitgeistes. Schaut man sich den amerikanischen Großstädter mit den Augen der 60er Jahre an, so ist der Konsum geradezu explodiert. Die Pop Art wurde zu einer Stilrichtung, die Alltägliches zum Künstlerischen beförderte. Die Motive sind häufig der Alltagskultur, der Welt des Konsums, den Massenmedien und der Werbung entnommen.

Anfang der 60er Jahre zog James Gill mit einigen Bildern im Gepäck nach Los Angeles. Darunter die heute so berühmten Women in Cars. Vor Ort erfuhr er, dass die Galerie von Felix Landau die beste und bekannteste sei. Er suchte die Galerie auf und stellte seine Bilder dort in eine Ecke. Felix Landau sah sie und fragte mit lauter Stimme, „wem gehören diese Bilder?“ Gill erschrak und dachte, dass es falsch war, in eine laufende Ausstellung mit seinen Bildern herein zu platzen. Felix Landau gefielen seine Arbeiten jso sehr, dass er sie ausstellte.

Kurze Zeit bevor James Gill seine erste Begegnung mit Felix Landau hatte, verstarb Marilyn Monroe. Zu dieser Zeit erschien gerade eine Ausgabe des Life Magazines, das einige der letzten Bilder vor ihrem Tod zeigte.

Gill sah die Fotos und malte innerhalb weniger Tage das Marilyn Triptych. Felix Landau besuchte ihn, sah das Triptych, packte es sofort in sein Auto und nahm es mit nach New York. Das führte dazu, dass James Gill wenige Wochen später eine eigene Ausstellung erhielt, das Marilyn Triptych im MoMa hing und sein Werk im Life Magazine erschien. Innerhalb einiger Wochen wurde somit aus einem Nobody ein gefeierter Künstler, der schon in sehr jungen Jahren zu hohen Ehren kam.

1970 hatte Gill plötzlich genug vom Kunst-Business. Er fuhr nach Los Angeles und verkaufte sein gesamtes Hab und Gut bei einem Garagenverkauf. Mit dem Erlös kaufte er sich ein Stück Land in Whale Gulch im nördlichen Kalifornien. Gill zog sich innerhalb weniger Wochen komplett aus dem Kunstmarkt zurück. Er begann sein eigenes Holzhaus und seine eigene Straße zu bauen – mitten im Nirgendwo. Er sagt noch heute, dass es ihm rückblickend das Leben gerettet habe, aus der Welt Hollywoods auszusteigen.

Erst über 25 Jahre später, im Jahr 1997 klingelte Gills Telefon. Am Apparat war der Kunsthistoriker David McCarthy, der einen Artikel für das Kunstmagazin des Smithsonian American Art Museum schrieb.

Er fragte ihn: „Sind Sie James Gill?“ Gill antwortete „Ja“. „Der James Gill, mit dieser unglaublichen Vita, dessen Kunstwerke sich in den Sammlungen aller wichtigen Museen befinden?“ Gill antwortete trocken: „Ja“. So kam es, dass Gill ab diesem Zeitpunkt seine Arbeiten wieder ausstellte und Sie ihn im Alter von 83 Jahren hier und heute kennenlernen können.

Selbst im tiefsten deutschen Süden trägt der Künstler Cowboyhut. Der Texaner JIM GILL träumte schon auf der High-School davon, Cowboy zu werden. Als Künstler, sagt er heute, lasse es  sich ähnlich frei leben wie als Cowboy…

 

(Laudatio: Romy Abraham – mit freundlicher Genehmigung gekürzt)

 

Die Ausstellung ist noch bis zum 18. Februar 2018 im MAC Museum Art & Cars, Singen, Parkstraße 1 zu sehen.

 

(Wenn Sie alle Bilder sehen möchten, rechts auf das kleine TV3-Logo klicken und in Facebook nach „Gill“ suchen!)
Auf Facebook sind insgesamt 60 Fotos: © Roswitha Bosch eingestellt.

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