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01.01.2012
REIF FÜR DIE INSEL (2) - KorfuKorfu: Eine Insel mit viel Geschichte Wenn der Winter kein Winter ist und dichter Nebel wochenlang den blauen Himmel versteckt, dann denkt man unwillkürlich an die schönen Sonnentage, die noch gar nicht so lange zurück liegen. Wer nicht bis Ostern warten will, der hat allerlei Möglichkeiten, andernorts bei milden Temperaturen den trüben und nassen Tagen zu entfliehen. Die griechische Insel Korfu bietet sich dafür bestens an. In den Monaten Januar bis März herrschen Temperaturen zwischen 13 und 16 Grad bei 4 bis 6 Sonnenstunden täglich. Zu Ostern gibt es bereits 8 Sonnenstunden und bis zu 20 Grad. Dann beginn auf Korfu die Saison. Korfu, wegen seiner satten und üppigen Vegetation auch „die grüne Insel“ genannt, ist die nördlicheste und zweitgrößte der insgesamt sieben ionischen Inseln. Sie liegt etwa auf der Höhe des italienischen Stiefelabsatzes und hat eine bewegte Geschichte zu bieten. Vor etwa 10.000 Jahren war Korfu noch mit dem Festland verbunden, das Ansteigen des Meeresspiegels schuf dann eine neue Insel. In der Neuzeit, und da vor allem zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert n. Chr., wurde Korfu von türki-schen Invasoren nahezu ausgeplündert. Im Jahre 1716 beendeten venezianische Truppen die Belagerung der Türken. Kaum 80 Jahre später nahm Frankreich die Insel Korfu in Besitz. Dann, 1815, machten sich die Briten breit auf dem Eiland und schufen eine für die damalige Zeit erstaunliche Infrastruktur. Das über 700 Kilometer lange Straßennetz zählt heute noch zu den dichtesten in ganz Griechenland. Am 21. Mai 1864 wurde die Insel Korfu ein Teil Griechenlands. Auch im 20. Jahrhundert durchlebte Korfu eine wechselvolle Geschichte. Während des Ersten Weltkriegs war Korfu Sitz der serbischen Exilregierung. Im Zweiten Weltkrieg geriet die Insel zum Spielball fremder Mächte. Zuerst wurde vor allem Korfus gleichnamige Hauptstadt von den Italienern, dann von den Deutschen und anschließend von den Alliierten bombardiert und teilweise zerstört. Im Juni 1944 deportierte die deutsche Wehrmacht 1700 auf Korfu lebende Juden nach Auschwitz. Nur 122 von ihnen überlebten das Vernichtungslager. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten locken sogenannte Bildungstouristen an, die Interesse haben an der Geschichte Korfus. Schon Kaiserin Elisabeth von Österreich, auch „Sissi“ genannt, hielt sich gerne auf Korfu auf. Das „Achilleion“, ihr damaliger Palast, zählt zu den beliebtesten Touristenattraktionen auf der Insel. Wem Kirchengeschichtliches am Herzen liegt, der besuche das Kloster Pontikonissi, die Bucht, in der das Kloster von Paleokastritsa zu bewundern ist oder die Klosterinsel Vlacherna, auf der Val Lewton den Film „Die Toteninsel“ drehte. Genießern schöner Ausblicke sei die Burgruine Angelokastro an der Nordwestküste empfohlen. Ein atemberaubender Blick über das Ionische Meer ist garantiert. Völlig zu Recht nennt man den Nachbarort Lakones den Balkon des Ionischen Meeres. Faszinierend auch die Sandsteinklippen bei Peroulades und Sidari an der Nordküste Korfus. Und wer sich einen Ruhetag gönnen möchte, der ist am Strand von Glyfada sehr gut aufgehoben.
Korfu ist durchaus eine Reise wert. Die Termperaturen sind das ganze Jahr über moderat, lediglich im Sommer kann es bei Südwind bis zu 40 Grad heiß werden. Am schönsten ist Korfu im Frühling, wenn es bei strahlender Sonne an allen Ecken und Enden blüht und duftet. (hr)
Foto 2 + 3: © anybookers CC2.0 |

Schon in der Bronzezeit soll Korfu besiedelt gewesen sein, die ersten Kolonien gehen auf das 8. Jahrhundert v. Chr. zurück. Kerkyra, wie Korfu zu jener Zeit genannt wurde, entwickelte sich auf Grund seiner günstigen strategischen Lage an der Straße von Otranto zu einer Seemacht. Etwa 500 v. Chr. stellte Korfu mit über 60 Schiffen eine der größten Flotten weit und breit.




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