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15.11.2011
REIF FÜR DIE INSEL (1) - ElbaInsel Elba: Auch Bonaparte war schon hier… (hr). Und er hätte da auch besser bleiben sollen. Aber nein, der kleine Korse wollte es nochmal wissen und wurde für seine Großmannssucht dann auch bitter bestraft. Hobbyhistoriker kennen die Geschichte: Etwa neun Monate lang während des Jahres 1814 weilte Napoleon auf Elba. Anstatt Kriege zu führen, besann er sich ausnahmsweise mal darauf, Sinnvolles zu schaffen. Er verbesserte die damals reichlich marode Infrastruktur, förderte den wirtschaftlich wichtigen Abbau in den Erzminen Elbas und machte sich um den Oliven- und Weinanbau verdient. Zudem erließ er eine Vielzahl von Gesetzen aus dem französischen „Code Civil“ und führte beispielsweise die Schulpflicht ein. Dann aber zog es den Rast- und Friedlosen wieder nach Frankreich, wo er seine unrühmliche „Herrschaft der 100 Tage“ antrat. Bonapartes Ende ist bekannt: Auf einer anderen und weitaus unwirtlicheren Insel, St. Helena, verbrachte er die letzten Jahre bis zu seinem Tod. An ihn erinnern auf Elba heute noch zwei Villen, deren Besichtigung sich lohnt. Die „Villa dei Mulini“ in der Stadt Portoferraio und die Villa San Martino (Foto oben). Die nach Sizilien und Sardinien drittgrößte italienische Insel Elba gehört seit Anfang des 16. Jahrhunderts zur Toskana. Sie ist nur etwa 10 Kilometer vom Festland entfernt, ihre Küste ist 150 Kilometer lang und den rund 30.000 Einwohnern sei verraten: Man kann es weitaus schlechter treffen im Leben! Kurz gesagt: Das kleine Eiland bietet jenseits von Ballermann und Konsorten all das, was des Touristen Herz sich wünscht. Wunderbare Buchten und Strände, schönste Ausblicke bis hinüber nach Korsika, gepflegte Wanderwege und kleine, verträumte Dörfer mit lauschigen Plätzen und verwinkelten Gassen.
Die Erkundung Elbas ist auf vielerlei Art und Weise möglich. Der Automobilist kann sich über ein gutes Straßennetz freuen, wer etwas Fitness in den Beinen hat, dem sei ein Mountain-Bike empfohlen. Wandersleut’ mit reichlich Zeit bewegen sich auf Schusters Rappen und nutzen das Angebot an gut ausgeschilderten alten Eselspfaden. Wie auch immer: Es lohnt sich. Eine kleine aber feine Besonderheit ist an der südöstlichen Küste zu bewundern. Nur einen Steinwurf vom Meeresufer entfernt liegt ein kleiner Süßwassersee, der aufgrund der dortigen Eisenerzvorkommen grün eingefärbt ist und einen wunderbaren Kontrast zum Blau des Meeres bildet. Dort von der Straße aus hinunter zu klettern ist aller Mühen wert. Neben dem Farbenspektakel lädt ein kleiner Sandstrand zum Verweilen ein. Die Insel ist reich an unterschiedlicher Vegetation: Macchia wechselt sich ab mit dichten Eichen- und Kastanienwäldern, dazwischen Weinanbaugebiete und schmale Terrassen, die bisweilen bis ans Meer herunter reichen. Im Westen trifft man auf ein Gebirgsmassiv, das vom Monte Capanne (1020 Meter hoch) dominiert wird und zum Naturpark erklärt wurde. Hier stößt man allerorten auf zahlreiche, absolut saubere Quellen, deren bekannteste wiederum an Bonaparte erinnert: Fonte Napoleone. Sehr beliebt bei vielen Elba-Touristen ist auch der westliche Teil der Insel. Der kleine Fischerort Marciana Marina bietet eine verträumte Hafenpromenade mit zahlreichen Cafés und Restaurants. Empfehlenswert auch ein kleiner Abstecher Richtung Monte Perone. Dort liegen mit Poggio und Marciana Alta zwei wunderschöne Bergdörfer. Wie fast überall auf Elba faszinieren herrliche Ausblicke über das zu Füßen liegende Meer und ein Bummel durch die alten Gassen der beiden Ortschaften ist schlichtweg ein Muss. Wen es nach sportiven Tätigkeiten verlangt, der ist auf Elba gut aufgehoben. Gepflegte Sportanlagen lassen die Herzen der Golfer und Tennisspieler höher schlagen. Nicht zu vergessen die diversen Tauchschulen, denn die Unterwasserwelt vor Ort ist ebenfalls einer näheren Betrachtung wert. Es ist in der Tat nur schwer erklärbar, was Napoleon vor genau 194 Jahren dazu bewogen haben mag, Elba den Rücken zu kehren. Aber wie heißt es so schön: Der Verstand ist eben bisweilen eine Schnecke. (Alle Bilder unter Creative-Commons-Lizenz 3.0) |


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