![]() |
18.01.2010
SPANIEN/Baskenland: Tamborrada in San SebastiánSan Sebastián ist die Hauptstadt der Provinz Gipuzkoa (span. Guipúzcoa) in der spanischen Autonomen Gemeinschaft Baskenland. Sie liegt ca. 20 km westlich der französischen Grenze im Bogen des Golfs von Biskaya an der Bucht La Concha, der Muschelbucht, die wegen ihrer Form so genannt wird. Die Geburtsstunde der Tamborrada reicht bis ins erste Drittel des 19. Jahrhunderts zurück. Im Unabhängigkeitskrieg (1808-1812) besetzte Napoleon San Sebastián. Es existieren mehrere Versionen der Ursprungsgeschichte. Die umfassendste verdeutlicht, warum ausgerechnet Trommeln und Fässer im Mittelpunkt des Festes stehen. Damals wurde das Trinkwasser von den "Aguadoras", den Wasserträgerinnen, aus den Brunnen der Stadt in Holzfässer geschöpft und dann gegen Entgelt in die Haushalte und Garküchen gebracht. Das siegreiche napoleonische Heer defilierte sehr zum Unwillen der Bevölkerung durch die Straßen der Stadt, angeführt von Trommlern und Pfeifern. Die "Aguadoras" beantworteten den Vorbeimarsch der ungeliebten Besatzer auf ihre Weise und ließen die Fässer, die sie soeben zu füllen begonnen hatten, in die Reihen der Militärparade rollen. Sie sprangen hoch auf, überschlugen sich und rissen alles mit sich, was sich ihnen in den Weg stellte – in Panik sollen die französischen Soldaten in alle Richtungen davon gerannt sein. Getreu dem historischen Beispiel gibt es heute bei der "Tamborrada", dem Trommelumzug der Erwachsenen, zwei Gruppen: die Trommler in napoleonischen Militäruniformen, die dem Original von damals nachempfunden sind, und die Köche und Wasserträgerinnen mit ihren Fässern. In früheren Jahren waren die Trommler ausschließlich Männer, auch heute noch gibt es Formationen, die den alten Statuten getreu nur männliche Mitglieder erlauben. Inzwischen bereichern jedoch 4000 weibliche Trommlerinnen das Bild. |






.jpg)










