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02.02.2008
Das Eisbärenfieber ist ausgestanden - jedenfalls so lange, bis erneut ein kleiner weißer Wonneproppen ein ganzes Land verzückt. Nach "Knut" und "Flocke" ist es wieder still geworden rund um die Eisbär-Gehege in den deutschen Zoos. Stimmt schon, sie sehen auch wirklich putzig aus mit ihrem kuschelweichen Fell, da kann einem schon das Herz aufgehen. Aber mal ganz ehrlich, eigentlich gehören Eisbären genau so wenig in einen Zoo wie Elefanten, große Menschenaffen, Löwen oder Tiger.
In freier Wildbahn leben Eisbären ausschließlich in der Polarregion rund um den Nordpol. Die größten Exemplare haben eine Länge von bis zu drei Metern und erreichen ein Körpergewicht von zum Teil 600 Kilogramm. Zur Zeit gibt es schätzungsweise noch 25 000 Eisbären, vor rund 50 Jahren waren es gerade noch 5000, da sie von Menschen gejagt wurden, was mittlerweile verboten ist. Eisbären sind überwiegend am Tag auf Beutesuche und legen dabei Strecken bis zu 60 Kilometer zurück. Am liebsten verspeisen sie Robben, die sie meistens dann erwischen, wenn die gerade mal aus dem Wasser kommen, um Luft zu schnappen. Eisbären sind aber auch sehr gute Schwimmer und können bis zu zwei Minuten unter Wasser bleiben. Ihr dichtes Fell ist wasserabweisend und ihre bis zu zehn Zentimeter dicke Fettschicht sorgt dafür, dass ihnen auch Temperaturen bis zu Minus 50 Grad nichts anhaben können.
Einen Monat vor der Geburt ihres Nachwuchses zieht sich die Eisbärenmutter in eine Schneehöhle zurück. Die ersten vier Monate ihres Lebens bleiben die Neugeborenen in der Höhle, erst dann werden sie von ihrer Mutter ins Freie gebracht und langsam an den harten Alltag in Eis und Schnee gewöhnt. Dann, wenn sie gelernt haben, wie man auf Jagd geht, verlässt die Mutter ihre Jungen, sie müssen nun alleine zurecht kommen. Mit ihrem hervorragenden Geruchssinn können Eisbären Robben aus einer Entfernung bis zu einem Kilometer riechen und aufspüren. In freier Natur werden Eisbären 30 bis 35 Jahre alt. Wenn sie so richtig vollgefressen sind, dann können sie auch mal monatelang ohne Fleisch auskommen und ernähren sich während dieser Zeit von Seegras oder Tang.

Der ärgste Feind des Eisbären ist der Mensch. Da in den Eisbärengegenden verstärkt nach Erdöl und Erdgas gesucht wird, werden die Eisbären vertrieben. Dazu kommt die weltweite Klimaerwärmung, die die Lebensräume nicht nur der Eisbären Stück für Stück kleiner macht. Es liegt also an uns, dass die Knuts und Flockes am Nordpol auch in Zukunft noch eine Überlebenschance haben und wir nicht die letzten Exemplare in Zoos einsperren müssen.
Foto 1: Kleine Eisbären in einer Schneehöhle © U.S. Fish and Wildlife Service - Public Domain
Foto 2: Polar Bear at Cape Churchill (Wapusk National Park, Manitoba, Canada) © Ansgar Walk - CC2.5
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