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22.09.2007
Viele Zoobesucher kennen diese Situation: Sie sind im Affengehege und schauen, nur durch eine dicke Glasscheibe voneinander getrennt, einem Menschenaffen in die Augen. Manche haben dabei das Gefühl, dass sich Mensch und Affe zum Teil doch recht ähnlich sind.
Schimpansen sind die Menschenaffen, über deren Verhalten schon am längsten geforscht wird. Schimpansen stellen Werkzeuge her und können damit auch gut umgehen. Um Kokosnüsse zu spalten, benutzen sie scharfkantige Steine. Die meisten Affenforscher, sogenannte Primatologen, sind davon überzeugt, dass vor allem die Schimpansen logisch denken können. Sie benutzen nicht nur Werkzeuge, sie stellen sie auch her und schleppen sie mit sich herum, wenn sie auf Nahrungssuche sind. Ein absolut menschliches Verhalten. Die Wissenschaftler haben auch heraus gefunden, dass der Verwandtschaftsgrad zwischen den Menschen und den Menschenaffen bei 96 bis 98 Prozent liegt. Somit sind sie die dem Menschen ähnlichsten und verwandtesten Lebewesen auf unserer Erde.
Zu den Menschenaffen zählt man auch die Gorillas. Man nennt sie heutzutage die „sanften Riesen“, aber das war nicht immer so. Früher galten sie oft als blutrünstige Monster und Ungeheuer, die mit Vorliebe sogar Jagd auf Menschen gemacht haben sollen. Doch das ist ziemlicher Unfug, die Gorillas gelten als die friedlichsten und familiärsten Menschenaffen. Droht allerdings einer Gorilla-Familie Gefahr, dann kann das Oberhaupt der Gruppe sehr unangenehm werden. Wenn sich ein älteres Gorilla-Männchen, das man wegen seines silbernen Fells auf dem Rücken auch „Silberrücken“ nennt, zur Verteidigung aufrichtet, kann es bis zu zwei Meter groß werden.
Von den anderen Menschenaffen lassen sich Orang-Utans auf den ersten Blick durch ihr rotbraunes Fell und ihre langen Arme unterscheiden. Orang-Utan heisst übersetzt „Waldmensch“. Es gibt sie nur in Asien und sie bewegen sich meistens in den höchsten Baumwipfeln des asiatischen Regenwalds. Orang-Utans sind manchmal Einzelgänger oder leben in kleinen Gruppen zusammen. Sie sind sehr scheu und wesentlich ruhiger und gemütlicher als die anderen Menschenaffen. Da ein Orang-Utan-Weibchen während ihres Lebens maximal drei Junge bekommt, ist diese Affenart sehr gefährdet. Dazu kommt, dass es einen illegalen Handel mit Orang-Utan-Babys gibt. Bis zu 30 000 Euro werden für die kleinen Wesen bezahlt. Oft überleben sie den Transport nicht oder sterben in der Gefangenschaft aus Kummer.
Die Bonobos sind die kleinsten Menschenaffen und ähneln im Aussehen den Schimpansen.Auch sie leben in größeren Gruppen zusammen, sind aber viel friedlicher als die Schimpansen. Die Bonobos wurden als letzte Art der Menschenaffen vor ungefähr 50 Jahren entdeckt. Daher ist über ihr Leben in der Wildnis auch noch nicht so viel bekannt.
Menschenaffen – unsere Verwandten Die großen Menschenaffen (Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans und Bonobos) leben ausschliesslich in Afrika oder Asien. Alle haben ein großes Gehirn und gelten als intelligente Tiere. Sie leben, ähnlich wie wir Menschen, in kleinen oder größeren Familien. Menschenaffen verständigen sich über verschiedene Laute und sie haben eine ausgeprägte Körpersprache. Meistens ernähren sie sich von Pflanzen und Früchten, nur ganz selten fressen sie Fleisch. Sie bauen Tagnester, aber auch Nachtnester hoch in den Bäumen, um vor Gefahren sicher zu sein. Ihr größter Feind ist, abgesehen von Raubkatzen, der Mensch. Durch die Vernichtung von Wäldern und Savannen in Acker- und Weideland haben die Menschenaffen immer weniger Lebensraum und gelten deswegen als bedrohte Tierart.
Foto: Junger Orang-Utan © Malene Thyssen (GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2) Dieses Bild war am 9. August 2005 Bild des Tages (Wikipedia)
Info: www.menschenaffen.info/ |