 |
05.09.2010
Jetzt mit Video-Clip: I’m No Angel! (hr). Man könnte augenblicklich ins Schwärmen kommen, wenn man die bisherige Biographie von Heather Allison Frith studiert. 1967 wurde sie in Bermuda geboren. Ihre Vorfahren lebten schon seit rund dreihundert Jahren auf der Insel. Heathers Vater war beseelt von der damals weltweit sehr populären Idee, ein selbstbestimmtes, bescheidenes und autarkes Leben abseits der Zivilisation zu führen.
Gesagt, getan – der gute Mann hängte seinen Beruf als Architekt an den Nagel, nahm seine Kinder von der Schule,verkaufte sein Häuschen und erwarb eine einsame Insel. Um der selbstgewählten Einöde zumindest ab und zu den Rücken kehren zu können, baute er die Moon, ein zwölf Meter langes Segelboot. So verbrachte Heather ihre Kindheit mit ihrem Bruder Mishka und ihrer Schwester Susannah entweder auf der Insel oder schipperte mit ihrer Familie durch die Karibik.
So vergingen glückliche Kinder- und Jugendjahre, die Heather zeitlebens geprägt haben. Da Heathers Eltern auf ihren Segeltörns gerne Musikklassiker von Joan Baez, Bob Dylan, Donovan oder Cat Stevens hörten, dauerte es nicht lange, bis das Töchterchen zur Klampfe griff und auch bald – umrauscht von karibischen Schaumkronen – ihre ersten Lieder schrieb. Zur Gitarre kam dann noch eine Violine dazu.

Doch irgendwann ruft trotz traumhafter Idylle dann doch mal die Pflicht, an das spätere Leben zu denken. Also ging Heather in die USA, machte dort ihren Schulabschluss und schrieb sich anschließend an der „Rhode Island School“ ein, um dort Darstellende Kunst zu studieren. Danach zieht es sie nach London, wo ihre erste Single mit dem Titel Heather Frith erscheint. In der britischen Metropole erhofft sie sich mehr Chancen für ihre Musikerkarriere. Dort lernt sie Felix Tod, den Sänger von Candyland kennen, der ihr Manager wird und später auch ihr Ehemann. Ab 1993 tritt sie nur noch unter ihrem Künstlernamen auf: Heather Nova ist geboren. Ihr erstes Album Glow Stars kommt auf den Markt.
Ihren internationalen Durchbruch schafft Heather Nova 1994 mit dem Album Oyster, das vor allem in Deutschland und in den Niederlanden viel Beachtung findet. Auffallend ihre markante Stimme, dazu melancholische Texte über Einsamkeit, gescheiterte Beziehungen und sonstige Enttäuschungen, die das Leben gemeinhin so mit sich bringt. Es ist vor allem die vorab veröffentlichte Single Walk This World, die ihr internationale Beachtung verschafft. Sie geht auf Welttournee, tourt durch Europa, Nordamerika, Neuseeland und Japan. Bei einem Konzert von Neil Young in Berlin spielt Heather Nova im Vorprogramm und begeistert die 25 000 Fans.

Fortan ist sie immer öfter im Radio zu hören und ihr Konterfei ziert die Titelblätter vieler Musikzeitschriften. Nach ihrer Mammut-Tournee zieht sich die Songwriterin in ihre Heimat zurück und schreibt in einem Strandhaus auf den Bermudas an neuen Texten. Für 1997 war ihr neues Album Siren angekündigt, das – nach mehreren Verschiebungen – nach Erscheinen rasant auf die Erfolgsspur einbiegt. 1999 singt Heather Nova das Titellied Gloomy Sunday zum großartigen deutsch-ungarischen Film Ein Lied von Liebe und Tod. Das eindringliche Stück erscheint auch als Single.
Anfang 2002 bringt sie erstmals einen Gedichtband The Sorrowjoy mit 45 Texten heraus. Auch die Zeichnungen entstammen ihrer Feder. 2003 dann das Album Storm: Ein eher schlichtes, schnörkelloses Werk, das vor allem Novas Stimme in den Vordergrund stellt. Dazu passend die DVD Live At The Union Chaple. Ein Jahr später kommt ihr Sohn Sebastian auf die Welt. Für die Mutter nach eigenen Aussagen mit ein Grund, kurz darauf das eher rockige Album Redbird zu veröffentlichen.
Neben ihrer Musikerkarriere nimmt sich Heather Nova immer wieder auch für soziale Projekte Zeit. Mit dem Erlös ihrer Single Together As One unterstützt sie die Bermuda Sloop Foundation, eine Organisation, die sich für das friedliche Zusammenleben von bermudischen Kindern und Jugendlichen einsetzt. Zudem engagiert sie sich für den Tierschutz, protestiert gegen Delphinarien und Waffenhandel und sponsort lokale Umweltorganisationen in ihrer Heimat. Eine vielseitige Künstlerin und wache Frau, die schon als Kind gelernt hat, ihren Blick in die Weite schweifen zu lassen, um das Wesentliche zu erkennen. Eben ganz so, wie einst auf der Moon.
Foto 1: © SonyMusic - Alastair Thain Foto 2: © SonyMusic - Sacha Blackburne
www.heathernova.com
VIDEO-CLIP - Heather Nova: I’m No Angel
Heather Nova kommt mit dem Album „The Jasmin Flower“ mit einer Club-Tour auch nach Freiburg und Tübingen:
Mo, 25.10., um 20.00 Uhr: Freiburg, Jazzhaus Di, 26.10., um 20.30 Uhr: Tübingen, Sudhaus Karten bei: www.koko.de
 |