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29.11.2008
…in weniger als vier Wochen ist Weihnachten. Es ist jetzt schon frostig kalt da draussen, ganz anders, als in den Jahren zuvor, wo sich der Wintereinbruch höchstens durch Schneematsch und Regen hervorgetan hat.
Aber dieses Jahr ist sowieso alles anders. Hiobsbotschaften und Milliardenbeträge geistern abwechselnd durch die Medien. Und wir, die Bürger mit kleinen und mittleren Einkommen, stehen da, allein gelassen mit unseren Sorgen. Über Nacht ist mit unseren Steuergeldern ein milliardenschwerer Schutzschirm zur Bankenrettung aufgespannt worden. Gerettet werden aber nur die Großen, wir stehen draußen in Regen, Schnee und Kälte. Beim Blick auf das Krisenmanagement in anderen Ländern, könnte man neidisch werden, denn im Gegensatz zu unserer Chaos-Truppe hat man dort längst erkannt, dass der Zeitpunkt zum Handeln JETZT gekommen ist, nicht erst vor oder nach der kommenden Bundestagswahl.
Die Briten zum Beispiel werden die Mehrwertsteuer um 2,5 Prozentpunkte absenken – eine Maßnahme, die allen Bürgern zugute kommt und sofort greift. Der wirksamste Weg, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, so Premier Brown. Und was macht unsere Kanzlerin? Sie ist blind und taub für die Nöte der Menschen in unserem Land.
Die Opposition greift Merkel massiv an. FDP-Chef Guido Westerwelle spottet, aus einer "Politik der kleinen Schritte" sei eine "Politik der eingeschlafenen Füße" geworden. Peter Müller, der saarländische Ministerpräsident, erinnert im ZDF daran, dass das Steueraufkommen in den letzten beiden Jahren überdurchschnittlich hoch gewesen sei. Er sehe daher durchaus Spielräume für Steuersenkungen. Wirtschaftsminister Glos sagt dem Handelsblatt, man müsse den Menschen zeigen, dass das Entlastungsversprechen für den Mittelstand ernst gemeint sei.
In der Haushaltsdebatte hielt FDP-Wirtschaftsexperte Rainer Brüderle der Kanzlerin vor, sie regiere das Land in "Zeitlupe", es wäre höchste Zeit den schnellen Vorlauf einzuschalten. Fatal seien vor allem die öffentlichen Äußerungen der Regierungschefin zur Krise. Vor kurzem noch habe Merkel die Krise schön geredet. Jetzt "wo sie Zuversicht verströmen müsste, heizt sie bei den Menschen die Angst an". Merkel prognostizierte vor wenigen Tagen mit säuerlicher Miene: "2009 wird ein Jahr schlechter Nachrichten".
Warum, so fragt man sich mit Recht, tut unsere Kanzlerin nicht schon in 2008 alles, damit das Jahr 2009 vielleicht nicht gar so schlecht wird?? Wäre nicht genau das ihre Aufgabe??
In diesen Zeiten kommt Hölderlins Vers aus der Hymne Patmos zu neuen Ehren: "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch." Mit dieser tröstlichen Zeile macht Hölderlin uns vor, wie positives Denken funktioniert.
TV3-print und TV3-online wünscht allen seinen Kunden, Lesern und Freunden eine besinnliche Adventszeit…
Ihre Roswitha Bosch
26.11.2008 – Deutschlandfunk – Kommentar: Das Ungefähre in der KriseVon Wolfgang Labuhn, DLR-Hauptstadtstudio Eine "Blut-, Schweiß- und Tränen-Rede" à la Winston Churchill hätte von Angela Merkel ohnehin niemand erwartet, doch was sie in der Generaldebatte des Bundestages anbot, übertraf die schlimmsten Befürchtungen. Trübsal statt Zuversicht, Abwarten statt Anpacken, Philosophie statt Politik - so sieht im Moment die politische Führung durch die Frau aus, die die Richtlinien der deutschen Politik bestimmt... --> weiterlesen
Foto: Molku (public domain)
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