HBK-Experten-Tipp: Unfallverhütung bei Kindern
09.02.2012

HBK-Experten-Tipp: Unfallverhütung bei Kindern

Kinder sehen die Welt mit anderen Augen und erkennen Gefahren oft nicht. Dabei spielt das Alter eine wichtige Rolle. Während bei Kleinkindern Stürze, Vergiftungen, Verbrennungen/ Verbrühungen und Ertrinkungsunfälle häufig sind, werden Schulkinder vermehrt durch Freizeit- oder Verkehrsunfälle betroffen.

Vergiftungen: Lassen Sie keine Medikamente frei herumliegen. Gerade beim Besuch der Oma wird häufig nicht daran gedacht. Am besten man sperrt die Medikamente weg. Die üblicherweise unter der Spüle aufbewahrten Reinigungschemikalien sind in greifbarer Nähe für Kleinkinder. Geradezu sträflich ist das Aufbewahren von Ölen, ätzenden oder aggressiven Substanzen in Getränkeflaschen. Auch Zigarettenkippen im Aschenbecher können durch Einnahme gefährlich werden.

Verbrennungen/Verbrühungen: Wer Kinder zu Hause hat, sollte unbedingt auch  Feuer- oder Rauchmelder installieren. Oft sind es nicht die Flammen, sondern der Rauch, der über eine Rauchvergiftung (im Schlaf oft zu spät bemerkt) schließlich zum Tode führen kann. Sorgen Sie dafür, dass weder Streichhölzer noch Feuerzeuge für die Kinder zugänglich ist. Wasserkocher sind immer wieder Ursache für Verbrühungen im Kindesalter. Die heiße Tasse Tee oder Kaffee und dabei das Kind auf dem Schoß sind weitere typische Situationen, die häufig zu Verbrühungen führen.

Ertrinken: Jeder der einen auch noch so kleinen Teich oder Pool im Garten hat, sollte diesen sichern (z.B. durch ein darübergelegtes Gitter oder einen Zaun), solange Kleinkindern (auch die Nachbarskinder!) Zugang zum Garten haben. In der Badewanne kann ein Säugling oder Kleinkind ertrinken, deshalb nie unbeaufsichtigt baden lassen. Sobald die Kinder alt genug sind ist ein Schwimmkurs empfehlenswert (i.d.R. ab 4 J)!

Stürze: Lassen Sie Ihr Kind auf dem Wickeltisch nie aus den Augen, oft haben sich Eltern nur kurz umgedreht, um eine Windel zu holen. Achten Sie darauf, dass keine Stühle auf dem Balkon stehen, über die Kleinkinder schließlich übers Geländer gelangen können. Sichern Sie Treppenauf- und Abgänge.

Freizeit-/Verkehrsunfälle: Ein Fahrradhelm kann Leben retten oder schlimmere Schädelhirnverletzungen vermeiden. Bringen Sie Ihrem Kind einen verantwortungsvollen Umgang im Straßenverkehr bei.

Unfallverhütungsmaßnahmen können zum Teil lebenslange Folgeschäden verhindern!

Nähere Informationen finden Sie auf unserer Homepage
www.kinderklinik-singen.de unter Aktuelles/Infos/Links

 
PD Dr. med. A. Trotter

Ärztlicher Direktor/Zentrum
für Kinder- und Jugendgesundheit
HBH-Klinikum
78224 Singen
Virchowstraße 10


Bild: Dr. A. Trotter © HBH-Klinikum