Pressekonferenz
Donnerstag, 4. Mai 2017, 11 Uhr

Eröffnung
Freitag, 5. Mai 2017, 19 Uhr

Für die zweite Ausstellung in diesem Jahr konnte Adrián Villar Rojas (*1980) gewonnen werden. Der argentinische Künstler wird das Kunsthaus Bregenz vom 6. Mai bis zum  27. August 2017 bespielen. Er wurde mit überdimensional großen Betonskulpturen bekannt, die alle Maßstäbe und Grenzen sprengen. Entsprechend spektakulär sind auch seine Überlegungen für Bregenz. Bereits jetzt arbeiten Teams in drei verschiedenen Erdteilen an diesem ambitionierten, speziell für das Kunsthaus Bregenz konzipierten Projekt.

Für KUB Direktor Thomas D. Trummer ein absolutes Highlight in der bisherigen KUB Geschichte: »Im Sommer 2017 werden vier Kunstereignisse die Aufmerksamkeit des internationalen Publikums auf sich ziehen: Die Biennale in Venedig, die documenta in Kassel, die Skulptur Projekte in Münster und die Biennale in Istanbul finden nahezu gleichzeitig statt. Die Ausstellung von Villar Rojas in Bregenz ist mit diesen Großereignissen in einem Atemzug zu nennen.«

Bekannt wurde Adrián Villar Rojas durch riesige, meist ephemere und immer ortsspezifische Arbeiten. 2009 war er auf der Bienal del Fin del Mundo (Biennale am Ende der Welt) in Ushuaia im argentinischen Patagonien mit seiner vergänglichen Skulptur Mi familia muerta (Meine tote Familie) vertreten. Riesige Knochen lagen auch als Teil der 70 Skulpturen umfassenden Arbeit für die dOCUMENTA (13) in einem Park in Kassel, einzelne mit Seetang und Muscheln überzogene vorzeitliche Tiere standen 2015 in den Gewässern des Marmarameeres bei der 14. Istanbul Biennale.

Villar Rojas nach Bregenz einzuladen war naheliegend. Der Argentinier sprengt alle Maßstäbe und wirft Fragen zur Ökologie und frühester Geschichte auf. Im Kunsthaus Bregenz ist dabei marokkanischer Marmor im Spiel. Ein abgehängter Käfig und brennende Bilder erzeugen eine düstere Stimmung. Die Erzählung von der Geburt der Menschheit bis hin zu ihrer Apotheose wird in einem heiligen weißen Schrein dargestellt. Picasso, Piero, Michelangelo, Lascaux – die gesamte Kunstgeschichte wird als finsterer apokalyptischer Traum gegenwärtig sein. Das Kunsthaus wird kaum mehr zu erkennen sein – es wird zu einer gigantischen Höhle, zu einem Verließ, einem Symbol der Umnachtung.

Adrián Villar Rojas beschert dem KUB mit The Theater of Disappearance pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum im Sommer 2017 eine der eindrücklichsten und aufwendig- sten Ausstellungen in der Geschichte des Hauses.

Biografie 
Adriàn Villar Rojas

Adrián Villar Rojas wurde 1980 in Rosario, Argentinien, geboren. Er studierte an der Escuela de Bellas Artes de Rosario und war Stipendiat an der Clinica de Artes Visuales in Buenos Aires. Villar Rojas lebt und arbeitet in Rosario.

Rojasʼ Einzelausstellungen aus jüngster Zeit waren unter anderem Rinascimento, Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin (2015); Two Suns, Marian Goodman Gallery, New York (2015); Fantasma, Moderna Museet, Stockholm (2015); Films Before Revolution, Museum Haus Konstruktiv, Zürich (2013); und Poems for Earthlings, SAM Art Projects, Jardin des Tuileries, Paris (2011).

Er hat Argentinien 2011 auf der 54. Biennale di Venezia vertreten, war 2012 auf der dOCUMENTA (13) in Kassel und Teilnehmer der Istanbul Biennial 2015.

Adrián Villar Rojas erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie den von der Sharjah Art Foundation verliehenen Sharjah Biennial Prize (2015) oder den Zurich Art Prize des Museum Haus Konstruktiv (2013).

Foto 1: Adrián Villar Rojas, 2013
Foto: © Mario Caporali
Courtesy of Adrián Villar Rojas

Foto 2: Adrián Villar Rojas
The Most Beautiful of All Mothers, 2015
14th Istanbul Biennial, Istanbul
Courtesy of Adrián Villar Rojas und Marian Goodman Gallery, New York | Paris | London und Kurimanzutto, Mexiko-Stadt
© Jörg Baumann

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