Gemeinsam mit dem Deutschen Literaturfonds vergibt das Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland durch sein Autoren-Förderprojekt „Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater” jährlich Stipendien zur Entwicklung neuer Stücke für das Kindertheater. Hierzu beworben hatte sich
Kristo Šagor als Regisseur und Leiter des JTK gemeinsam mit Autor Sergej Gößner.
Aus 30 Bewerbungen hat die Jury sich am 18.6.2020 für vier Autorinnen und Autoren entschieden. Mit dabei Sergej Gößner, dessen Stück „Der fabelhafte Die“ für Publikum ab 8 Jahren, in Kristo Šagors Regie am Theater Konstanz am 16.10.2021 zur Uraufführung gebracht wurde.

Nun hat das Auswahlgremium der 47. Mülheimer Theatertage die Inszenierung „Der fabelhafte Die“ für die „Kinderstücke 2022“ nominiert.
Kristo Šagor freut sich sehr über die Nominierung, vor allem freut er sich für Autor Sergej Gößner, der eine sehr kluge, wundervolle Geschichte, aus einer ganz neuen Perspektive erzählt, dabei zugespitzt und äußerst unterhaltsam.
Er kann sich noch gut an seine erste eigene Nominierung 2008 erinnern, ebenfalls als Regisseur bei Philipp Löhles „Genannt Gospodin“. 2015 war sein Stück „Patricks Trick“ nominiert und 2019 erhielt er den Mülheimer Kinderstückepreis für „Ich lieb dich“.

Karin Becker äußert sich glücklich: „Ich freue mich wirklich sehr! Es bestätigt unsere gemeinsame künstlerische Arbeit in Konstanz.“

Auf die Frage an Sergej Gößner, warum er in erster Linie für ein junges Publikum schreibt, antwortet er: „Wo sonst gibt es so ein diverses, heterogenes, durch die ganze Gesellschaft gehendes Publikum? Wenn man über die Relevanz von zeitgenössischem Theater spricht, muss man über Kinder- und Jugendtheater sprechen. Denn wir sind relevanter. Ganz klar. Bam! Ich mag es, für eine konkrete Zielgruppe und mit einem klaren Auftrag zu schreiben. Der immer auch moralisch, politisch ist.“

  Ein Stück/ eine Inszenierung so bunt wie das Leben selbst – zwischen Geschichtenkaleidoskop, Zirkus backstage und großer Show! Mit dem stärksten Mann der Welt, der gerne Socken stopft, der Ente Klaus, die alle für einen Schwan halten und einigen mehr. Gößners Geschichten entlarven so manche Schublade, die wir im Kopf haben. Ein Stück, das richtig Spaß macht, mit einem Ensemble, das vor Spielfreude sprüht.

„Der fabelhafte Die“ begeisterte in Konstanz nicht nur das Publikum, sondern auch Kritikerinnen und Kritiker:
„Doch wer sagt eigentlich, was normal ist, richtig? Muss man sich immer daran halten, auch wenn es sich falsch anfühlt? Um diese Fragen dreht sich Sergej Gössners Kinder- und Menschenstück «Der fabelhafte Die», im Auftrag des Theaters Konstanz geschrieben und nun erstmals inszeniert von Kristo Sagor – bei dem es, wenn man das so normativ und kategorisch behaupten darf, in den richtigen Händen ist.“, schreibt Bettina Kugler, am 18.10.2021 im St.Galler Tagblatt. „Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig die Initiative „Nah Dran!“ vom Deutschen Kinder- und Jugendtheaterzentrum und dem Deutschen Literaturfonds ist. Ihr Ziel, mit neuen Stücken das Theater für ein junges Publikum zu bereichern, verwirklicht sich in „Der fabelhafte Die“ auf geglückteste Weise.“, so Manfred Jahnke am 17.10.2021 auf Die deutsche Bühne Online. Und Maria Schorpp konstatiert am 19.10.2021 im Südkurier: Gößners Stück lehnt sich an die aktuelle Diskussion um Identität und Diversität an, im Gegensatz zu der oft aggressiv geführten gesellschaftlichen Auseinandersetzung aber auf bestrickend originelle Weise und offen für Neues.“

Fotos: © Ilja Mess, Theater Konstanz

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