Pressemitteilung – November 2017: Stadtmuseum Lindau – Sonderausstellung 2018 

Das Lindauer Stadtmuseum präsentiert 2018 einen der beliebtesten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts:

August Macke (1887 – 1914) fertigte in einer kurzen Schaffenszeit bahnbrechende Kunstwerke der Klassischen Moderne, bevor er mit nur 27 Jahren im Ersten Weltkrieg fiel. Mit der Leuchtkraft der Farben malte der in Köln und Bonn aufgewachsene Künstler zeitlose und heiter wirkende Kompositionen, die zu den Meisterstücken des deutschen Expressionismus zählen. Macke galt die Kunst als Mittel, die Schönheit der sichtbaren Welt zu feiern und seiner „Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies“ Ausdruck zu verleihen.

Anhand ausgewählter Arbeiten aus den für Macke charakteristischen Themenkreisen wird die Ausstellung zentrale Aspekte seines Werkes beleuchten. So vereinte Macke in seinen Bildern häufig Stadtmilieu und Naturidylle. Die Schau stellt daher sowohl die Bedeutung des modernen urbanen Lebens für August Macke dar – die Flaneure in der Stadt mit ihren Boulevards, Schaufenstern, den Parkanlagen oder dem Freizeitbetrieb mit Theater, Varieté und Zirkus – als auch seine häufigen Aufenthalte in der Natur und an ländlichen Orten. Andere Werke nehmen Bezug auf seine Kunstreisen, wie etwa nach Frankreich, Italien und Tunesien sowie auf den Kreis seiner Familie. Hier war sein Auge vor allem auf seine schöne und kluge Frau Elisabeth gerichtet, die für Macke ein „zweites Ich“ und sein liebstes Modell war.

Mit August Macke zeigt das Stadtmuseum Lindau 2018 einen Künstler, der gängige Bildmotive in die Kunstsprache seiner Zeit zu übersetzen und zwischen künstlerischer Tradition und den Innovationen der Moderne zu vermitteln wusste. Nicht der Bruch mit der Kunstgeschichte und ihren Stilen war sein Ziel, sondern die Fortführung zentraler Themen der Bildenden Kunst im neuen Gewand der Moderne, das für Macke ein besonders farbenfrohes sein sollte. Dabei ließ er sich von unterschiedlichen künstlerischen Strömungen inspirieren, ohne sich jemals vereinnahmen zu lassen. So stand er zeitweise dem Blauen Reiter nahe, lehnte jedoch dessen starke Ausrichtung auf das Geistige in der Kunst ab. Inspirationen für seine Kunst fand er auf zahlreichen Studienreisen durch Europa und im Rahmen der legendären Nordafrikareise 1914 mit Paul Klee und Louis Moillet.

Er bewunderte und kannte den in Paris arbeitenden Farbvirtuosen und Hauptvertreter des Orphismus, Robert Delaunay, und interessierte sich für die französischen Kubisten ebenso wie für die italienischen Futuristen.

Eines seiner größten Vorbilder war der Fauvist Henri Matisse, dem er sowohl stilistisch als auch motivisch huldigte. Aufgrund der starken Rezeption der damaligen Kunstströmungen Frankreichs wird Macke daher gerne als der „französischste unter den deutschen Expressionisten“ bezeichnet. Hinzu kommt, dass Macke eine besondere Lebensfreude attestiert wird, und auch er selbst bezeichnete seine Arbeit als ein „Durchfreuen der Natur“. Neben der künstlerischen Arbeit engagierte Macke sich kulturpolitisch und warb für die avantgardistische Kunst seiner Zeit, indem er mehrere wegbereitende Ausstellungen organisierte, darunter 1913 in Bonn die berühmte Schau „Rheinischer Expressionismus“.

Die geplante Präsentation mit Arbeiten von August Macke ist für den Kurator Prof. Dr. Roland Doschka die ideale Fortsetzung seiner Lindauer Ausstellungsserie zur Klassischen Moderne, die seit 2011 mehr als 400.000 Besucher ins Stadtmuseum gelockt hat. Ebenso wie bei den bisherigen Ausstellungen kann Prof. Dr. Doschka wieder Arbeiten aus bedeutenden Privatsammlungen, Museen und Kunststiftungen nach Lindau ausleihen. Darüber freut sich auch Alexander Warmbrunn, Kulturamtsleiter der Stadt Lindau, denn die Kunstausstellungen sind für den Einzelhandel, die Gastronomie und die Hotellerie als Wirtschaftsmotor fest im Lindauer Veranstaltungskalender verankert. Außerdem bieten die Präsentationen sowohl für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt als auch für die Tagungsteilnehmer und Besucher Lindaus ein besonderes Highlight. Ein wichtiger Schwerpunkt des Ausstellungsprogramms wird auch 2018 bei der Vermittlungsarbeit im Rahmen von Besucherführungen und museumspädagogischen Angeboten für Kinder und Jugendliche liegen.

Bevor im Zuge der Cavazzensanierung die Sonderausstellungsräume des Stadtmuseums geschlossen werden, lädt die Schau 2018 zur Begegnung mit einer Künstlerpersönlichkeit ein, die den Umbrüchen der damaligen Zeit hoffnungsfrohe und von Glücksvorstellungen geprägte Bilder in einer eigenständigen Kunstsprache entgegen zu setzen vermochte. Innerhalb einer kurzen Zeitspanne von 10 Jahren schuf August Macke zwischen 1904 bis zu seinem Tod 1914 an der Front des Ersten Weltkrieges ein exzeptionelles Œuvre, von dem er selbst sagte: „Das Kunstwerk (…) ist ein Gesang von der Schönheit der Dinge“.

Die Ausstellung wird vom 24. März bis 26. August 2018 zu sehen sein.

Bildunterschrift: 
August Macke, Frau, eine Blumenschale tragend, 1910; Öl/Lwd.
Horst und Gabriele Siedle-Kunststiftung, Foto: Bernhard Strauss, Freiburg

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